7. Science Academy Baden-Württemberg vom 28.08. bis 10.09.2009 in Adelsheim Mein persönlicher Erfahrungsbericht
Auftakt der Science Academy war das Vorbereitungswochenende vom 19. bis 21. Juni. Dort konnten sich alle Teilnehmer sowie die Kurs- und Akademieleiter kennenlernen. Das Eckenberg-Gymnasium, in dem auch das Landesschulzentrum für Umwelterziehung untergebracht ist, liegt am Hang oberhalb von Adelsheim. Das große Gelände umgeben von viel Grün und die tolle Sportanlage haben mir gleich gefallen.
Am 28. August war es dann soweit. Nach der Anreise aller Teilnehmer sowie Zimmerbezug wurde uns der Verlaufsplan der Akademie vorgestellt. Der stark strukturierte Tagesablauf war am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig. Frühes Aufstehen, klar geregelte Kurs- und Essenszeiten sowie strikte Zimmer- bzw. Bettruhe. Nach einer gewissen Zeit hatte man sich jedoch an diesen klaren Tagesablauf gewöhnt und ihn später sogar vermisst.
Der Tag begann für mich vor dem Frühstück oft mit einer Joggingrunde zusammen mit Schülermentoren oder dem Assistenten der Akademieleitung. Danach hat das Frühstück – ein tolles Buffet mit riesiger Auswahl – besonders gut geschmeckt.
Der Tag begann für alle mit dem so genannten Plenum. Hier wurde im „Check-up“ festgestellt, ob alle anwesend sind, der genaue Tagesplan besprochen und zur Einstimmung auf den Tag eine kurze Powerpoint-Präsentation oder ein lustiger Film gezeigt. Das letzte Wort im Plenum gehörte dem Schriftsteller Paul Coelho, von dem uns ein Zitat oder eine Lebensweisheit auf den Weg gegeben wurden.
Danach ging es in die einzelnen Kurse. Ich selbst habe am Kurs „Mikrogravitation mit Raketen – Experimente in der „Fast“-Schwerelosigkeit“ teilgenommen. Ziel des Kurses war es, eigenständig eine Rakete zu bauen und Experimente zur Mikrogravitation durchzuführen. Zunächst war theoretischer Unterricht über die physikalischen und mathematischen Grundlagen angesagt. Danach sollte das Projekt ohne Hilfe der Kursleiter umgesetzt werden. Hierzu haben wir unsere Gruppe in kleinere Teams unterteilt, die jeweils ein Modul der Rakete erarbeiten sollten (Antriebsmodul, Fallschirm-, Experimentier- und Service-Modul). Nach zahlreichen mehr oder weniger erfolgreichen Vorversuchen ist es uns letztendlich gelungen, eine Rakete zu bauen, die alle Anforderungen erfüllte. Mit Hilfe von Luft- und Wasserdruck erreichte unsere „Aquariane 680“ eine Flughöhe von ca. 25 Metern. Eine integrierte Kamera filmte per Livestream den Flug sowie die Versuche „an Bord“, z.B. wie sich eine Libelle (Blase der Wasserwaage) oder Magnete in der Schwerelosigkeit verhalten.
Dass alle Gruppen untereinander so toll und engagiert untereinander kommuniziert haben und am Schluss alle Module zusammengepasst haben, hat mich beeindruckt und war ein großes Erfolgserlebnis für uns alle. Auch wie die Gruppe es geschafft hat, nach dem mangelhaften Flug unserer „Aquariane 1.1“ innerhalb eines Abends und eines Vormittags unsere fertige „Aquariane 680“ zu entwickeln, war eine tolle Leistung. Bei den Abschlusspräsentationen der einzelnen Kurse am 9. September konnten wir allen Teilnehmern, Eltern und Gästen bei strahlendem Sonnenschein auf dem großen Sportgelände die Raketenstarts vorführen.
Ein Höhepunkt der Akademie war für unseren Kurs der Besuch des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. in Lampoldshausen. Passend zum Themenjahr „40 Jahre Mondlandung“ durften wir dort im DLR-School-Lab verschiedene Versuche zur Luft- und Raumfahrt sowie Raketenbautechnik machen. Wir konnten den Prüfstand besichtigen und im Museum des DLR standen wir neben der original Hauptstufe der Ariane 5, der „Vulcain“. An unserem Besuchstag war sogar ein Test der Vulcain angesagt, der jedoch leider aufgrund technischer Probleme abgesagt werden musste.
Neben der eigentlichen Kursarbeit gab es Kurs übergreifende Angebote, die sogenannten KüA’s, z.B. Orchester, Theater, Zeitungs-KüA, Tanzen, Sport. Da ich sehr sportbegeistert bin, habe ich täglich an der Sport KüA teilgenommen. Von Fußball über Handball, Beachvolleyball, Baseball bis zu Frisbee war so ziemlich jede Sportart im Programm dabei. Auf dem super schönen Sportgelände waren diese Sportstunden ein echtes Highlight. Nach der körperlichen Betätigung und dem Mittagessen, einer übrigens sehr guten Küche!, in der schönen Mensa ging es dann in den Nachmittagskurs. Nach dem Abendessen konnte man sich dann nochmals zu den KüA’s treffen. Als Schlagzeugerin habe ich mich der Combo angeschlossen, die für den Abschlussabend einige Musikstücke einstudiert hat.
Motto der 7. Science Academy war „Unter dem Regenbogen“, passend zu den Kursthemen Astronomie, Farben, 40 Jahre Mondlandung. Am Abschlussabend bekam jeder Teilnehmer zur Erinnerung eine Blumenkette und Brille mit Multispektral-Folie.
Während der zwei Wochen sind wir alle wie zu einer großen Familie zusammengewachsen. Auch zu den Kursleitern und zur Akademieleitung entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis. Die gesamte Atmosphäre war einfach super schön. Auf dem Gelände fühlte man sich wie in einer eigenen – schönen – Welt. So war es nicht verwunderlich, dass beim Abschied so manche Träne geflossen ist. Ich habe viele neue Freundschaften geknüpft, wir stehen per e-Mail in Kontakt, und wollen uns auch nach dem Dokumentationswochenende vom 16. bis 18. Oktober wieder treffen, um den Kontakt aufrechtzuerhalten.
Das „Lernen“ während der Akademie ist mit dem normalen Schulalltag nicht zu vergleichen. Wir haben in kleinen Gruppen sehr viel gearbeitet und gelernt; durch den großen praktischen Anteil konnte man die Zusammenhänge viel besser verstehen lernen und sich viel intensiver mit einer Sache beschäftigen.
Die Science Academy in Adelsheim ist eine Zeit, an die ich gerne zurückdenke, die Spaß gemacht hat und dabei sehr lehrreich war. Es war für mich eine Ehre, dort hingehen zu dürfen. Ich werde immer an diese zwei Wochen zurückdenken und mich voraussichtlich als Mentorin zu einer künftigen Akademie bewerben.
Sandra Wacker
Friedrich-Hecker-Gymnasium, Radolfzell
Klasse 9b
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